Sonntag, 2. Dezember 2001, 15.30 Uhr

SV Untermosel - FC Horchheim 1:2 (1:0)

Nicht mehr als vage Ansätze

Bezirksliga: Auf der Suche nach Erklärungen gibt das 1:2 (1:0) gegen den FC Horchheim dem SV Untermosel neue Rätsel auf

Vor nahezu exakt zwei Jahren steckte Jörg Karbach mit dem SSV Urmitz-Bahnhof im Tabellenkeller fest und kassierte beim SV Untermosel eine saftige 1:5-Packung. Die Zeiten ändern sich. Mittlerweile ist Karbach Trainer des FC Horchheim - und Untermosel im Abstiegsschlamassel. Dementsprechend endete auch die gestrige Partie mit 1:2.

KOBERN. Als der Matchwinner nach dem Abpfiff Rede und Antwort stand, hörte sich alles unglaublich einfach an: “Michael Roll bekommt den Ball, schickt mir einen schönen Pass in den Lauf, ich bin ein bisschen schneller als mein Gegenspieler, der Torwart zieht im Rauslaufen zurück und ž dann war er drin.” So sah Horchheims Jörg Schaab seinen Treffer zum 2:1 in der 87. Minute, mit dem er das Gastspiel beim SV Untermosel in abgezockter Manier entschieden hatte. Und sein Kamerad Maik Schmidt ergänzte ungefragt: "Den Traumpass zum Ausgleich, den hab’ übrigens ich gegeben."

Wen wundert’s, dass die Horchheimer nach einem glücklichen Erfolg - dem fünften in den letzten siebten Spielen - prächtige Laune hatten. Scheinbar mühelos schaffte Jörg Karbachs Team es nach dem Wechsel, sich für eine miserable erste Hälfte zu rehabilitieren und dem Spielverlauf eine Kehrtwende zu geben. "Der Wille meiner Mannschaft, das Spiel noch zu gewinnen, der hat mir imponiert", lobte Karbach seine Schützlinge, ergänzte allerdings, "dass wir uns über einen 0:3-Rückstand zur Pause nicht hätten beschweren können." Karbach konnte es letztlich gelassen sehen, darf seine Mannschaft doch mittlerweile als heißer Anwärter auf den zur Relegationsrunde berechtigenden zweiten Tabellenplatz betrachtet werden.

Der SV Untermosel dagegen kann in dieser Spielzeit von solchen Sphären nur träumen. In der Kabine der Gastgeber hingen die Köpfe nach der schmerzvollen Pleite sehr tief. Auch die gute erste Halbzeit, in der die Moselaner das Spiel klar dominiert hatten, war nur ein schwacher Trost. "Zumindest war gegenüber den letzten Wochen eine Steigerung erkennbar", sagte Trainer Albert Hilger sichtlich frustriert, "aber eben nicht über neunzig Minuten." So sollte die magere 1:0-Führung durch einen prächtigen Seitfallzieher von Mario Sabel (41.) nicht ausreichen - in der 58. Minute gelang erst Michael Roll per Volleyschuss der Ausgleich, ehe Jörg Schaab für den Endstand sorgte.

"Es sind wohl das Selbstbewusstsein und die Kaltschnäuzigkeit, die uns in dieser Saison fehlen", lauteten Hilgers Erklärungsansätze, warum der SV Untermosel aus dem Tabellenkeller einfach nicht herauskommt. Auch Mario Sabel konnte nur eine vage Bestandsaufnahme liefern: "Vielleicht ist es die Angst vor dem Erfolg", sagte der Stürmer, der nicht nur wegen seines Tores zu den Besten seiner Mannschaft zählte. Wie die Faust aufs Auge passte allerdings die Aussage Hilgers, "dass wir endlich wieder eine Mannschaft werden müssen, vor der jeder Respekt hat".

Dazu freilich hätte es des eindrucksvollen Pressings, das der SV Untermosel in der ersten Hälfte zeigte, über neunzig Minuten bedurft. Oder einer höheren Führung, die sicher im Bereich des Möglichen lag. "Dann", so Hilger, "wäre Horchheim nämlich nicht mehr ins Spiel gekommen." So aber bleibt das einzige, was in Kobern-Gondorf derzeit ansteigende Tendenz aufweist, der Pegelstand der Mosel.

Kein Glück haben derzeit die Fußballer des SV Untermosel.
Im Derby auf eigenem Kunstrasen gegen den FC Horchheim
kassierte der SVU ein 1:2. Auch in dieser Szene kommen
SVU-Spieler nicht an den Ball - Horchheims Keeper Oliver
Stinemeier ist schneller. Foto: Thomas Frey