Sonntag, 1. Dezember 2002

SV Hatzenport/Löf – SV Untermosel 6:0 (4:0)

Sonne wird zum größten Gegner

Bezirksliga: Hatzenport-Löf fegt im Mosel-Derby SV Untermosel mit 6:0 vom Platz - Rüber: Wir wollten den Leuten was bieten

Klare Verhältnisse im Mosel-Derby der Bezirksliga Mitte: Durch ein 6:0 (4:0) gegen den SV Untermosel machte der SV Hatzenport-Löf das letzte Heimspiel des Jahres zu einem Fußballfest und untermauerte zudem seine Ambitionen auf einen der ersten sechs Plätze.
LÖF. Das war eines dieser Bezirksliga-Spiele, von denen man in Hatzenport und Löf unter Fußballern noch lange sprechen dürfte. Den Nachbarn aus Kobern-Gondorf nach allen Regeln der Kunst zerlegt und mit sechs Toren nach Hause geschickt zu haben, das gibt’s nun wirklich nicht alle Tage.
"Wir wollten den Leuten was bieten, das ist uns wohl ganz gut gelungen", freute sich Spielertrainer Arnd Rüber, während seine Kollegen bereits mit den Feierlichkeiten begannen. Doch es waren nicht nur die sechs guten Gründe, die für gute Laune im Lager der Platzherren sorgte. Von der ersten Minute an hatte man eine blitzsaubere Leistung geboten und frühzeitig erkennen lassen, dass man unbedingt die drei Punkte haben wollte. Das frühe 1:0 durch Thorsten Hemgesberg (3.) brachte zudem Sicherheit in die Aktionen, mit schnellem Spiel und der nötigen Aggressivität degradierte man die Gäste phasenweise zu Statisten. Gegen die offensive Ausrichtung mit drei Spitzen fand der SVU nie ein Rezept, vor allem Guido Becker machte auf der rechten Außenbahn, was er wollte. Doch damit nicht genug: Nach jeder Standardsituation herrschte im Koberner Strafraum Konfusion pur - SVU-Trainer Albert Hilger musste sich vorkommen wie im falschen Film. Dass die einseitige Partie nicht frühzeitig entschieden war, führte Hilgers Kollege Rüber indes auf einen ganz anderen Umstand zurück: "Die tiefstehende Sonne war in der ersten Halbzeit fast unser größter Gegner und hat uns doch arg behindert."
Und dennoch war beim Gang in die Kabine das Spiel gelaufen, weil Rüber & Co. zwischen der 40. und 45. Minute mit drei Toren die Moral der Gäste brachen. Zunächst stocherte Ralf Ackermann nach einer Ecke den Ball zum 2:0 ein, kurz darauf lenkte SVU-Torwart Rainer Schambach eine Becker-Flanke ins eigene Netz, ehe Andreas Wilkening unmittelbar vor dem Pausenpfiff zum 4:0 traf. "Das ist schon komisch. Letzte Woche haben wir in Mülheim die besten Chancen ausgelassen und dieses Mal fallen die Bälle einfach so rein", wunderte sich Rüber und fügte an: "Eigentlich hätte es noch höher ausgehen müssen." Man mochte ihn kaum widersprechen, schließlich hatte man neben zwei weiteren Treffern in der zweiten Halbzeit noch Chancen, unter anderem traf Thomas Horn die Latte (72.). Daneben blieb für Andreas Wilkening reichlich Zeit, um die Zuschauer zu einer Welle zu animieren, die Party nach der Fußball-Party konnte beginnen.
Im Gegensatz dazu war SVU-Trainer Albert Hilger restlos bedient. Die Art und Weise, wie sich sein Team vorführen ließ und nun die ersten sechs Plätze aus den Augen verliert, setzten ihm derart zu, dass er nach einem Disput mit dem Schiedsrichter hinter die Bande musste. In Kobern wird man sich äußerst ungern ans Moselderby im Dezember 2002 erinnern.

Hatzenport-Löf: Zimmermann - Sommer, Bulger, Aldorf, Rüber (70. Frank Becker), Ackermann, Schuhmacher, Guido Becker (46. Horn), Nilges, Wilkening, Hemgesberg (63. Schröder).
Untermosel: Schambach - Stasiak, Dittert, Hastenteufel, Frießem, Ostkamp, Kilian, Wolf (65. Cadenbach), Geisbüsch, Lauer (40. Meurer), Arenz.
Schiedsrichter: Heiko Kreutz (Alflen).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Hemgesberg (3.), 2:0 Ackermann (40.), 3:0 Guido Becker (40.), 4:0 Wilkening (45.), 5:0 Horn (68.), 6:0 Geisbüsch (70., Eigentor).