Sonntag, 3. November 2002

SG Mülheim-Kärlich – SVU 8:1 (3:1)

Der lange Nachmittag des Albert H.

Bezirksliga: Mülheim-Kärlich schickt Untermosel mit 8:1 (3:1) nach Hause - Islam Duka gelingen sechs Tore und ein Hattrick

Es dürfte zur Zeit Spaß machen, Fußballer bei der SG Mülheim-Kärlich zu sein. Das 8:1 (3:1) über den bedauernswerten SV Untermosel war bereits der siebte Sieg in Folge.

KOBLENZ. Ein Nachmittag kann verdammt lange sein. Für Albert Hilger jedenfalls wollte es einfach nicht zu Ende gehen, dieses unsägliche Fußballspiel in Mülheim-Kärlich, und so blieb dem Trainer des SV Untermosel nichts anderes, als einsam auf seiner Bank zu verharren und regungslos mitanzusehen, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Aber so ist das nun einmal an Tagen, an denen das Aufstehen aus dem Bett der erste große Fehler war. Sekunden werden zu Minuten, Minuten zu Stunden.
Dass ein Nachmittag grässlich lange sein kann, sieht man aber auch daran, dass man an ihm acht Tore kassieren kann. Dieses bemerkenswerte Kunststück ist dem SV Untermosel nämlich gelungen, selbst allerdings brachte man es nur auf einen Treffer, so dass am Ende dieses Bezirksliga-Spiels genau jene "Klatsche" stand, die Hilger im Vorfeld der Partie um jeden Preis vermeiden wollte. "Man kann hier verlieren, aber nicht in der Höhe", sagte er daher niedergeschlagen, "ich bin enttäuscht darüber, dass wir keinerlei Gegenwehr gezeigt haben."
Enttäuscht wäre auch Clemens Decker, der Mülheimer Trainer, nach Abpfiff vielleicht gewesen, denn seine Mannschaft bot der Höhe des Erfolges zum Trotz eine in der ersten Hälfte "katastrophale" und insgesamt durchschnittliche Leistung. "Spielerisch war das zunächst viel zu wenig", merkte Decker an, konnte aber von Glück sagen, dass einer seiner Spieler einen Tag erwischt hatte, den er so schnell nicht wieder vergessen wird. Islam Duka erzielte sechs der acht Treffer und brachte seine Mannschaft somit zwangsläufig auf die Siegerstraße. Schließlich hatte Untermosel sein Tor durch Achim Lauer bereits nach drei Minuten erzielt und die 1:0-Führung 25 Minuten lang verteidigt. Bis Duka kam, sah und traf. Sechs Mal, inklusive eines lupenreinen Hattricks.
Womit für die Mülheimer eine triumphale Serie an ihrem vorläufigen Höhepunkt angelangt ist. 34 (vierunddreißig!) Tore hat das Team in seinen letzten sieben Spielen erzielt und diese damit allesamt gewonnen. "Wir haben unsere Leistung stabilisiert", nennt Decker das und gesteht, dass er derzeit vor einem "Luxusproblem" steht: "Alle Spieler, die derzeit fit sind, können Bezirksliga spielen; ich muss Woche um Woche neu entscheiden, wen ich draußen lasse." Na dann.
Albert Hilgers Sorgen stehen da in einer ganz anderen Kategorie. "Uns fehlt das Dagegenhalten, das hat man heute in fast jedem Zweikampf gesehen", monierte der SVU-Trainer. Bislang habe man die Niederlagen immer knapp gehalten, aber nun, so Hilger, "ist der Psychologe und Kamerad gefragt". Denn die Untermoseler Mannschaft ist jung und muss diesen Schock so schnell wie möglich verdauen. Damit die nächsten Nachmittage wieder kürzer werden.

Mülheim-K.: Ebert - Zimmermann, Hommer (76. Dötsch), Ören (62. Oster), Knöll, Fritsch, Wagner, Wilsdon, Fayan (46. Kryut), Dauer, Duka.
Untermosel: Schambach - Stasiak, Dittert, Hastenteufel, Frießem, Ostkamp, Maur, Wolf (76. Geisbüsch), Meurer, Lauer (76. Cadenbach), Hecken.
Schiedsrichter: Patrick Klein (Höhr-G.).
Zuschauer: 300.
Tore: 0:1 Achim Lauer (3.); 1:1, 2:1, 3:1, 4:1, 7:1, 8:1 Duka (25., 26., 45., 65., 88., 90.); 5:1 Kryut (66.), 6:1 Dauer (86.).
Besonderheiten: Gelb-Rote Karte für Thosten Knöll (Mülheim, 80.) wegen Meckerns, Rote Karte für Daniel Hastenteufel (Untermosel, 81.) wegen Tätlichkeit.

Abgestützt: Der Mülheimer Youngster Dominik Zimmermann
verrichtet seine Abwehrarbeit aus der Froschperspektive, was
für den SV Untermosel gestern ausreichte.
 Fotos: Wolfgang Heil