Sonntag, 9. März 2003

Nicht schön, aber "super-wichtig"

Bezirksliga: SV Niederwerth besiegt SV Untermosel 1:0 - Routiniers wie Neuzugang Elvir Selmani machen den Unterschied

SV Niederwerth - SV Untermosel 1:0 (0:0)

Guter Start ins neue (Spiel-)Jahr: Durch das 1:0 gegen den SV Untermosel schob sich Fußball-Bezirkligist SV Niederwerth auf den sechsten Platz vor. Die Gäste dagegen kassierten bereits die fünfte Niederlage in Serie.

NIEDERWERTH. Was war das gestern doch für eine Partie, dargeboten in der Fußball-Bezirksliga vom SV Niederwerth und dem SV Untermosel. Man hätte richtig gehend ins Schwärmen geräten können - allerdings auch nur dann, wenn man zu den - sicher nicht sonderlich vielen - Anhängern von Spielunterbrechungen und zerfahrenen Begegnungen gehört und sich daran erfreuen kann, Minute um Minute oftmals vergeblich auf spielerische Höhepunkte zu warten. Alle anderen Zuschauer hatten gestern schlichtweg Pech. Oder sie genossen das schöne Wetter und - sofern zur Unterstützung der Gastgeber erschienen - den einzigen Treffer der Partie durch Ralf Rau.
"Uns ist heute nicht viel eingefallen", gab Albert Hilger, Trainer des SVU, im Anschluss zu. Was sollte er auch machen, zu offensichtlich waren die alles übergreifenden Probleme, die seine Elf hatte - und die Gastgeber somit vor selbigen bewahrte. "Klar, wenn wir auf einen starken Gegner getroffen wären, hätten wir Schwierigkeiten bekommen", meinte Niederwerths Spielertrainer Hansi Dames. Denn an die Wand gespielt hatte sein Team die Gäste wahrlich nicht. Aber immerhin kam er mit den Insulanern zu drei Torchancen, die man auch als solche bezeichnen durfte - gegenüber einer einzigen des SVU.
Darüber hinaus hatten die Platzherren einen Vorteil, der entscheidend am Resultat der Partie mitwirkte: Gleich mehrere Spieler bringen die Erfahrung und das Naturell mit, eine Mannschaft zu führen und zu lenken. Hilger dagegen musste erkennen, dass "wir in unserer jungen Mannschaft keinen haben, der das Heft in die Hand nimmt. Verschiedene Spieler wollen es zwar, sind aber scheinbar dazu nicht in der Lage". Da kann sich Dames glücklich schätzen, dass er erst vor wenigen Tagen einen weiteren Routinier hinzugewonnen hat: "Elvir Selmani hatte seinen Vertrag beim FV Engers aufgelöst und auf meine Anfrage, ob er bis Saisonende bei uns aushelfen möchte, hat er sofort zugesagt."
Zwar merkt man Selmani seine lange Spielpause an, ebenso fällt aber auf, dass er die Niederwerther voranbringt - nicht nur durch seinen klugen Pass auf Stürmer Ralf Rau, der diesen in der 53. Minute zum einzigen Treffer des Tages zu verwerten wusste. Er bringt Linie ins Spiel des SVN, und genau das fehlte den unorganisiert wirkenden Gästen. Kein Wunder, dass Hilger feststellte, dass seine Mannschaft "auf ganzer Linie enttäuscht" habe.
Auch Dames wirkte nicht richtig zufrieden, aber das "verdiente, super-wichtige 1:0" überdeckte die Art und Weise, wie es zu Stande kam. "Es geht momentan nur über den Kampf bei uns", meinte er. "Daher wird Platz sechs für uns am Ende verdammt schwer zu erreichen sein." Einen weiteren Schritt in diese Richtung hat Niederwerth gestern unternommen - auch wenn's wirklich nicht schön anzusehen war.

SV Niederwerth: Duck - T. Groß, Klöckner, Blank (85. Stein), Johannsen, Steinebach, Dames, Selmani, Rau, Borniger (82. Luckei), M. Groß (69. Pöhlchen).
SV Untermosel: Rainer Schambach - Roman Stasiak, Rolf Dittert, Florian Elsner, Stefan Frießem, Stefan Ostkamp, Daniel Kilian, Matthias Wolf, Achim Lauer, Benjamin Maur (63. Marius Hecken), Sascha Arenz.

Schiedsrichter: Michael Flöck (Thür).
Zuschauer: 100.
Tor: Ralf Rau (53.)
Besonderheiten: Gelb-Rote Karte für Stefan Frießem (90., Untermosel).

Wenig spielerischer Glanz, aber reichlich Zweikämpfe: Im
Duell zwischen dem SV Niederwerth (dunkle Trikots) und
dem SV Untermosel wurde mehr der rustikale Fußball praktiziert
- mit dem besseren Ende für die Gastgeber.
 Foto: Wolfgang Heil