Im Lokalderby nur die Tore vermißt

Landesliga Süd: SV Untermosel und TSV Lehmen/Kattenes boten verbissen geführtes, aber faires Spiel

-gh- KOBLENZ. In einem gutklassigen Landesligaspiel trennten sich die Lokalrivalen SV Untermosel und TSV Lehmen/Kattenes mit einem absolut leistungsgerechten 0:0.
"Wenn man in einem Spiel, daß 0:0 endet einen Elfmeter verschossen hat, dann kann man eigentlich gar nicht zufrieden sein." sagte Gästetrainer Rolf Müller nach der Begegnung. Einen knappen Sieg hatten auch die Spieler und Anhänger des TSV Lehmen/Kattenes für möglich gehalten, doch gaben sie sich zufrieden und bejubelten nach dem Schlußpfiff des ausgezeichneten Schiedsrichter Hennig aus Rheinbrohl das 0:0.
Etwa 350 Zuschauer hatten zuvor ein gutes und interessantes Lokalderby gesehen, in dem lediglich Tore Fehlanzeige blieben, weil beide Teams die reichlich vorhandenen Gelegenheiten ungenutzt ließen. Der Aufsteiger hatte das Vorhaben der Platzherren, von Beginn an Druck zu machen, selbstbewußt durchkreuzt und in der ersten halben Stunde das Geschehen auf dem Spielfeld weitgehend bestimmt. "Macht doch einmal mehr Dampf, Jungs! Wir verlieren ja jeden Zweikampf", feuerte SVU-Spielführer Erich Jax seine Kameraden nach dreißig Minuten an. Diese Aufmunterung schien Signalwirkung zu haben, denn die Gastgeber sorgten bis zur Pause noch für ein paar brenzlige Situationen im Gästestrafraum. Die bis dahin größte Torchance vergab Matthias Reif in der 43. Minute, als er allein auf TSV-Torwart Rainer Schambach zulief, sich aber zu weit nach links abdrängen ließ.
Der hart und verbissen, aber erfreulich fair geführte Schlagabtausch mit Torgelegenheiten hüben wie drüben führte nach der Pause in der 57. Minute zu einem berechtigten Elfmeter für die Gäste, als Frank Becker gefoult wurde, der sich während der gesamten Begegnung verbissene Zweikämpfe mit dem "giftigen" Thilo Stoye lieferte. Der sonst sichere Strafstoßschütze Hans-Werner Becker setzte den Elfmeter weit über das von Johannes Liesenfeld gut behütete Gehäuse der Platzherren.
Vorrübergehend übernahm der SV Untermosel die Initiative, doch dem TSV gelang es in den letzten Minuten wieder, sich aus der drohenden Umklammerung zu lösen. Peter Haag für die Gastgeber und Theo Schmitt auf der Gegenseite vergaben auch die letzten Möglichkeiten, so daß es beim leistungsgerechten Unentschieden blieb.
Peter Durst, der Trainer des SVU, trauert wie sein Kollege den vergebenen Torchancen nach, erkannte aber die sehr respektable Leistung des Aufsteigers fair an und zeigte sich mit dem Endergebnis einverstanden. Er hatte Mitte der zweiten Halbzeit die Routiniers Otmar Maur und Gerd Kalter eingewechselt. Dieser Schachzug machte sich bezahlt, denn die beiden erfahrenen Akteure brachten mehr Ruhe in das phasenweise etwas hastige und daher ungenaue Aufbauspiel der Gastgeber.

SV Untermosel: Johannes Liesenfeld, Heinrich Naunheim, Thilo Stoye, Jürgen Simonis, Erich Jax, Thomas Hellinger, Hansi Kröber (65. Gerd Kalter), Christoph Jung, Peter Haag, Matthias Reif, Michael Dötsch (57. Otmar Maur).
TSV Lehmen/Kattenes: Schambach, Wey (77. Adams), Schnorpfeil, A. Etzkorn, J. Etzkorn, G. Wolff, Züll, F. Becker, H.-W. Becker, M. Wolff, T. Schmitt.